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Immer einen Schritt voraus

Froschteich



Foto oben: Frochteich 2000 /  Unten: Froschlaich


Mein Bruder und ich liefen zum Froschteich, der hinter dem Hellweg, ungefähr einen Kilometer vom kleinen Teich entfernt, in der Nähe der alten Bahngleise liegt. Es war Frühherbst und wir wollten Schilfrohr holen. Von Rundweg aus bogen wir in den von Sonnentau bewachsenen Moorweg ein, weiter zum Hellweg in den Froschpatt, den eine Kieferschonung trennt. Auf einem Sandweg hinter einem Hügel(Foto), sahen wir plötzlich ein Auto stehen, dessen Scheiben von innen völlig beschlagen war. Es war ein schwarzer DKW und ich sagte wissend zu meinem Bruder, da würden bestimmt zwei bumsen. Aber zu sehen war nichts. Nach einer Stunde hatten wir genug Schilfrohr beisammen und machten uns auf den Heimweg. Das Auto stand immer noch unverändert auf seinem Fleck. Zuhause angekommen trafen wir Nachbarin Bösing, die unser Schilfrohr sah und rief, oh schön, das bräuchte ich auch, könntet ihr mir morgen welches bringen, ich zahle auch dafür.

Das ließen wir uns nicht entgehen und am nächsten Tag waren wir wieder am Froschteich. Und das Auto stand immer noch da. Bestimmt geklaut, meinte mein Bruder noch. Das ließ mir keine Ruhe, meine Neugier war unstillbar und tags darauf machte ich mich alleine auf den Weg. Ich näherte mich langsam und ängstlich dem Auto, man kann ja nie wissen. Was war das? Geister? Ich sah zwei helle Gestalten im Auto sitzen und erschrak fürchterlich. Eiskalt lief es mir den Rücken herunter und so schnell ich konnte rannte ich nach Hause, mich immer wieder furchtsam umblickend, ob nicht die Geister hinter mir her wären.
Mein Vater fuhr dann mit dem Fahrrad dorthin, nach dem ich ihn atemlos davon erzählt hatte. Er kam erst spätabends zurück, ich lag schon im Bett und wartete ungeduldig. Als er ins Haus trat, lauschte ich an der Tür und hörte ihn sagen, da waren zwei Tote drin, so um die zwanzig, Selbstmord. Das Auto war geklaut, mehr konnte ich nicht hören, aber das wichtig um am nächsten Tag wieder dorthin zu gehen.
Ich fand an der Stelle, wo das Auto stand, ein Kreuz aus zwei Birkenästen in den Sand gesteckt, darunter lag ein zusammen gebundener Heidestrauch und in den Sand hatte jemand ein Herz und zwei Namen geschrieben. Mir wurde eiskalt, denn mir fiel ein, wenn ich von hinten an das Auto gegangen wäre, hätte ich auch den Schlauch, der vom Auspuff durchs Fenster ins Innere führte, gesehen. Ich dachte nach, ob die wohl einen Steifen hatten, grinste und alles war vergessen.

Foto unten: Hier war es 1962 gewesen. Damals noch ein Sandweg der zu dem Wolfshügel führte.



Fotos:  2003 - 2011